Chronik

Aus der anlässlich des 75-jährigen Jubiläums vorgetragenen Chronik:

75 Jahre Freiwillige Feuerwehr Forchheim

 

Das sind 75 Jahre ehrenamtlicher Dienst unter dem Motto „Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr“ – 75 Jahre in denen jeder einzelne seinen Teil zum Ganzen betrug, sei es nun im Einsatz, bei der Übung oder bei der Mitgestaltung verschiedener Ereignisse im Ort.

 

Es stellt sich die berechtigte Frage: „Was war vor der Gründung der Feuerwehr hier in Forchheim?“

Durfte es nicht brennen? Hat man nicht gelöscht?

Nein!

Das Jahr 1939 wird als Gründungsjahr der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim angesehen.

Das bedeutet nicht dass es zuvor keinen Brandschutz und kein Feuerlöschwesen gab. Vor der Gründung der freiwilligen Feuerwehr gab es die sogenannte Feuerlöschordnung. Im Brandfall wurden die Bürger zum Löschdienst herangezogen. Es gab jedoch keine Tiefbrunnen, das Löschwasser musste mit Jauchefässern und Eimern vom Brandweiher an den Einsatzort gebracht werden. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde im Ort ein Spritzenhaus erbaut in welchem später mehrere handbetriebene Spritzen nebst Schlauchmaterial untergestellt waren.

 

Am 23. November 1938 trat das „Reichsgesetz über das Feuerlöschwesen“ in Kraft, die freiwilligen Feuerwehren wurden darin – wie auch die Polizei – dem Innenministerium unterstellt. Dieses Reichsfeuerlöschgesetz trug dem Bedarf an organisierten und ausgebildeten Löschkräften Rechnung und führte letztendlich auch zur Gründung der freiwilligen Feuerwehr hier in Forchheim.

 

Die Feuerwehrmänner unter der Leitung des ersten Kommandanten Josef Kuri erhielten zunächst einen Helm und einen Sicherheitsgurt, sie stellten bis 1949 ihre eigene Kleidung in Proben und Einsätzen zur Verfügung. Die Wasserversorgung wurde durch den Brandweiher Wette und 3 neu gebaute Tiefbrunnen gesichert.

Nach dem Frankreichfeldzug erhielt die Wehr eine französische Tragkraftspritze, welche lange Jahre ihren Dienst leistete. Als Maschinisten waren zunächst die beiden Schmiedemeister Franz Fehr und Otto Schieble tätig.  Bereits ein Jahr nach Ihrer Gründung hatte die Wehr 35 Mitglieder. Der größte Teil der jüngeren Männer wurde aber schon bald zum Kriegsdienst eingezogen, so dass auch ältere Einwohner zum Dienst verpflichtet werden mussten um den Brandschutz zu gewährleisten.

 

Ihren ersten Einsatz hatte die Wehr am 4. April 1944 ein Brand in der Ranzenstrasse.

 

Ab Herbst 1944 lassen die näher rückende Westfront und zunehmende Luftangriffe auch Forchheim nicht unberührt. Die zahlreichen Löscheinsätze während des letzten Kriegsjahres zählen sicherlich zur dunkelsten Zeit der freiwilligen Feuerwehr Forchheim. Nach Kriegsende sind zahlreiche Feuerwehrmänner, welche im Krieg oder bei Löscheinsätzen starben zu beklagen. Viele sind gefallen oder werden vermisst.

 

Nach Kriegsende versuchten die wenigen verbleibenden Feuerwehrleute, mit Genehmigung der Besatzungsmacht den Feuerschutz wieder aufzubauen. Aller Anfang war schwer, Geld und Gerätschaften waren knapp. Dennoch gelang es die Gemeinde und auch die Feuerwehr wieder aufzubauen.

 

Am 20. Dezember 1949 legte Josef Kuri das Amt des Kommandanten nieder. Als Nachfolger wurde Simon Binder gewählt.

 

Bereits 1952 wurde Franz Kuri nach dem Rücktritt Simon Binders zum Kommandanten gewählt.

 

Im Jahr 1955 erhielt die Wehr eine TS 8 mit VW-Motor, welche heute noch im Bestand der Feuerwehr ist.

 

Zum Jahresende 1956 gab Franz Kuri den Kommandantenposten an seinen bisherigen Stellvertreter Otto Schieble ab.

 

1962 wurde Otto Schieble durch Emil Herold abgelöst. Der in Endingen wohnhaft Kommandant hatte dass Amt bis 1982 inne. Er begann die Feuerwehrkameraden auf Wettkämpfe vorzubereiten, was auch bis zum heutigen Tag gefördert wird.

 

1972 erhielt die Forchheimer Feuerwehr das lang ersehnte Löschfahrzeug Hanomag-Henschel aus dem Hause Bachert, Weisweil. Das wurde mit einem dreitägigen Festakt gebührend gefeiert.

 

Neben diversen kleineren, überwiegend technischen Einsätzen und vereinzelten Löscheinsätzen ist der Tag 7. Januar 1982  an dem die freiwillige Feuerwehr Forchheim den 40 Stunden dauernden, bis dahin größten Einsatz der Nachkriegsgeschichte hatte vielen älteren Feuerwehrmännern noch deutlich in Erinnerung.

Auch der 14 November 1982 – nun unter Kommandant Karl Werneth – an dem 2 Scheunen durch Brandstiftung Raub der Flammen wurden, ist unseren Kameraden ein Begriff.

 

Am 8. Juli 1983 wurde das neu errichtete Gerätehaus in der Sport- und Festhalle an die Wehr übergeben. Im selben Jahr wurde durch zwei Mannschaften im Wettkampf das goldene Abzeichen erreicht.

 

In der Jahreshauptversammlung am 19. Januar 1987 stellte Kommandant Karl Werneth sein Amt zur Verfügung. Gerhard Carl wurde zu seinem Nachfolger gewählt.

 

Im Jahr 1993 hatte das alte Löschfahrzeug ausgedient und wurde durch das jetzige LF 8/6 aus dem Hause Ziegler ersetzt.

 

Um den sich ständig wandelnden Anforderungen gerecht zu werden bauen wir bereits in unserer im Jahr 1998 gegründeten Jugendfeuerwehr auf eine solide und fortlaufende Aus- und Weiterbildung.

Unsere Jugendausbilder blicken erfolgreich zurück, denn von den zehn Gründungs-Mitgliedern sind noch heute 6 Kameraden in der aktiven Feuerwehr tätig, davon einer als Jugendausbilder.

Im Jahre 2000 wurde unser Gerätehaus und hohem Einsatz der Mitglieder und Finanzierung der Gemeinde grundlegend umgebaut und um einen Mannschafts- und Schulungsraum ergänzt.

 

Im Jahr 2008 wurde durch unsere Wehr der Kreisverkehr Richtung Riegel an der L113 unter hohem Zeit- und Materialaufwand mit einem überdimensionalen Kartoffelkorb versehen und in liebevoller Kleinarbeit gestaltet und bepflanzt.

Leider musste dieses Schmuckstück im vergangenen Jahr aufgrund der starren Sicherheitsvorgaben des Verkehrsministeriums abgebaut werden. Auf dem Kreisverkehr mit seiner einst so schönen Bepflanzung wuchert zusehends das Unkraut.

Wir, die freiwillige Feuerwehr Forchheim, blicken dennoch zuversichtlich in die Zukunft unseres Kartoffelkorbs.

 

Aufgrund der geänderten Anforderungen und der Mannschaftsstärke von 31 Mann erhielt die Feuerwehr im Jahr 2009 einen 9-sitzigen Mannschaftstransportwagen.

Im Jahr 2013 wurde der bisher stillgelegte Tragkraftspritzenanhänger welcher anlässlich des 1250 jährigen Jubiläums restauriert worden war mit einer neuen Achse und Zugeinrichtung versehen und wieder zugelassen.

Unser Dasein besteht natürlich nicht nur aus Arbeitseinsätzen, wir nehmen auch aktiv an den Ereignissen unserer Gemeinde wie zum Beispiel dem Dorffest teil.

Dabei darf natürlich die Kameradschaftspflege nicht zu kurz kommen, denn die Geselligkeit und die Kameradschaft bilden den Grundstock für ein funktionierendes Miteinander auch über den Rahmen der Wehr hinaus.